• Leonne Voegelin

Post aus Berlin – von der Liebe zu Eiscrème



Die Sonne scheint, während sich Schweissperlen auf der Stirn bilden und unzweifelhaft geschwitzt wird. Wer nicht schon vor Corona die öffentlichen Transportmittel gemieden hat, der tut es ganz bestimmt jetzt – denn die Luft im ÖV steht und ist zum Schneiden dicht, dass man glatt von Platzangst ergriffen wird. Dazu gesellt sich der Geruch alter, ausgelatschter Turnschuhe, oder so. In der Stadt staut sich dann die Hitze zwischen den Betonfassaden und wird von den versiegelten Böden zurückgeworfen.

Kurz: In Berlin sucht man nach Orten der Erfrischung. Eiscreme ist ein grosses Ding in Berlin. Ich mache keinen Versuch, einem / einer Berliner*in zu widersprechen, wenn es um die Vielfalt ihrer Eisdielen geht. An jeder Ecke lockt hausgemachte Eiscrème, biologisches Wassereis und veganes Reismilch-Safranglacé oder ansprechende farbenfrohe Eigenkreationen an. Der Gaumen ist angetan von so viel kühler Auswahl! Zur Abwechslung gönnt man sich ein kaltes Getränk um die (innere) Hitze in Schach zu halten und hofft auf kurze Erleichterung.


Wer sich mehr Zeit nehmen kann als die Bestellung beim Eismann oder der Eisfrau, der erfrischt sich am Wasser in einem der zahlreichen Seen rund um Berlin. Sie sind die blau-grünen und kühlenden Oasen der Stadt – die Verlängerungsarme der Grünflächen Berlins. Auf der Stadtkarte sind sie tatsächlich in der Länge von Berlin zu finden. Mehr oder minder eine Stunde Weg muss man auf sich nehmen, um sie zu erreichen. Es ist leicht, mit dem Velo oder den öffentlichen Transportmitteln hinzukommen oder dann mal, in einem Anflug von Luxus, auch mit dem Auto.


In Schweizer Städten sind die Distanzen zur nächsten Abkühlung mit einem kurzen Fussmarsch zu bewältigen. In Basel z.B. ist der Sprung in den Rhein keine 10 Gehminuten von meinem Zuhause entfernt. Von Lausanne aus lockt der Genfersee knappe 15 Velominuten zur Abkühlung. In Berlin ist es einen Tagesausflug wert.



Der Liepnitzsee liegt im Norden Berlins. Sein durchdringend lagunenblaues Wasser wirkt wie ein Magnet. Die Ufer sind gesäumt von kleinen, versteckten Buchten und Stegen, die ins Nasse führen. Der See ist von hohem Schilf gesäumt; so, dass jeder seinen ganz persönlichen Spot finden kann. Natur und Abgeschiedenheit, das Vogelgezwitscher und die kühle Brise laden auch dazu ein, sein Nachtlager vorübergehend ins Freie, an die Ufer des Liepnitzsees, aufzuschlagen – total enthemmt. Denn Nacktschwimmen, das habe ich gelernt, ist bei den Deutschen üblich. So täuscht manchmal die Aussicht auf Picknick Eier in Augenhöhe.

In der Mitte des Sees liegt eine Insel mit Campingplatz und Verpflegung, die sich mit einem Boot oder auch schwimmend erreichen lässt.

Wenn die Zeit knapp ist, aber die Hitze trotzdem steht in der Stadt, nehme ich Kurs auf die etwas näher gelegene See-Abkühlung. Mitten in Neukölln liegt – mehr zweckmässig, da weniger anmächelig – der Karpfenteich im Treptowerpark. Der Einstieg ist etwas steinig und rutschig. Der Boden hat eine sandig-schwammige Konsistenz, doch für ein kühles und spontanes Bad ist das der perfekte Ort.

Und wem die Zeit selbst fürs Bikini anziehen zu knapp wird, dem schwebt immer noch eine der zig Eisspezialitäten zur Abkühlung vor.


Dazu ein Auswahl von “coolen” Adressen:


In Neukölln, Rixdorf steht die Eisdiele „Eis de Rix“ (Böhmische Strasse 48)

oder die „Eismanufaktur“ (Weserstrasse 6) und verkauft täglich frisches Eis.


Für etwas Exotik sorgt das „Chipi Chipi Bombon“ (Warschauer Strasse 12) im Friedrichshain für gute Stimmung mit seiner Spezialität, dem Mate-Eis.


Ästhetisches Eis in ungewohnten Formen gibt’s im „Delabuu“ (Krosseren Strasse 15)

und wer auf Eis am Stiel steht, erfreut sich im „Paletas“ an der Wühlischstrasse 26


Jeder der dem veganen Eis verfallen ist, findet sein Glück im „Balaram“ an der Gabriel-Max-Strasse 17.


Die familiäre Eisdiele „Tanne B“ im Bergmannkiez beglückt einem jeden Tag am Marheineckeplatz 15.


Die Eisschwärmerei der Berliner gipfelt im „Gelato Festival“, welches alljährlich einen Stop hier in der Stadt einplant. Und für den kühlen Genuss zuhause gibt es die Berliner Haus-Eis-Marke, das „Florida-Eis“.



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