• Claire Flury

Vanto – Design, um sich bis über beide Ohren zu verlieben

Ein sanfter, roter Schimmer reflektiert an der Wand neben mir. Die warme Morgensonne spiegelt sich in meinen Ohrringen und rote Schatten wiegen, rhythmisch zu den Kopfbewegungen, über die Wandfläche.

© Claire Flury

Die geometrischen Formen lässt die Bieler Designerin Veronica Antonucci an unseren Ohrläppchen tanzen. Mit ihrem erst einjährigen Label "Vanto" hat die umtriebige Bielerin schon so manch renommiertes Modeheft und manche Messe bespielt.

Das grosse Interesse rührt nicht von ungefähr. Mit ihrer nachhaltigen und sozialen Gestaltungsweise entsprechen Antonuccis Produkte dem Zeitgeist. Während bei Fast Fashion keine Transparenz ersichtlich ist, erkennt man bei "Vanto" schnell, woher die Unikate stammen.

Ihre zeitlosen Entwürfe stellen eine Symbiose aus Pop Art-Elementen und surrealistischen Details dar. Geometrische Formen verbinden sich mit satten Farben, welche durch Transparenz oder Spiegelung einen vielschichtigen Charakter erhalten.


Doch nicht nur die Entwürfe selbst glänzen mit Tiefgang. Auch die Herstellungsweise ist alles andere als oberflächlich.

Veronica Antonucci stellt ihre Schmuckstücke nämlich jeweils aus überschüssigem Produktionsmaterial anderer Industriefirmen in eigener Handarbeit her. Was für die einen nutzlos scheint, ist für sie der Weg zu individuellen und fairen Designs. Es sind nicht nur modische, sondern vor allem auch soziale Statements.

Neuerdings spannt sie für die Kollektion «Les Psychodélices» mit dem deutschen Brillenfabrikanten FUNK zusammen. Jedes Schmuckstück entsteht aus Acetatresten und wird mit recyceltem Gold und Silber ergänzt. In der Erscheinung jedes einzelnen Produktes spielt somit immer auch der Zufall eine grosse Rolle. Keines ist gleich wie das andere; jede*r Kund*in besitzt schlussendlich ein Vanto-Unikat, welches in seiner Individualität dem/der* Träger*in in nichts nachsteht.



Während andere Plastik verteufeln, gibt ihm Veronica Antonucci die Chance auf ein zweites, wertvolles Leben. Mit Reststücken aus PMMA, auch bekannt als Acrylglas, stellt sie eine weitere Kollektion her. Aus lauter bunter Überbleibsel lasert die Designerin jene typischen Formen, welche schon zu einer 70er-Jahre Lockenmähne und Schlaghosen gepasst hätten.

Der zeitlose Ohrschmuck ergänzt den individuellen Look entweder als dezente Nuance oder als auffälliges Highlight.



Selten sind sich Ethik und Ästhetik so nah wie bei "Vanto". Veronica Antonucci zeigt, wie man als Designerin nicht nur zu einem harmonischen Aussehen, sondern auch zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen beiträgt.

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