• Matteo Gisler

Andryy – Mundart: Fluch und Segen zugleich


© Byron Trieb

Andryy ist 26 Jahre alt und lebt in Winterthur. Musik macht er seit seinen Teenager-Jahren. 2016 veröffentlichte er, damals noch als Allen Finch und in Zusammenarbeit mit Produzent Lars Christen (dieser produzierte unter anderem schon für Schweizer Grössen wie James Gruntz und Bastian Baker), sein gleichnamiges Debüt-Album inklusive der Single “How Would I Be Doin‘”, welche landesweit in den Radios gespielt wurde. Zahlreiche Live-Shows im ganzen Land folgten und alles deutete auf eine erfolgreiche Karriere als Singer-Songwriter hin. Nun, vier Jahre später, schlägt Andryy neue Wege ein und veröffentlicht Mitte März eine neue EP. Das Spezielle daran: Alle 5 Songs sind in Mundart geschrieben.


Man kann von Mundartmusik halten, was man will – eins ist aber ziemlich klar und logisch: Die Texte sind für die breite Schweizer Zuhörerschaft zugänglicher und verständlicher als in einer Fremdsprache wie Englisch. “Ab und zu hat es mich schon etwas genervt, bei englischsprachigen Songs viel Zeit in den Text investiert zu haben, den bei Konzerten dann doch kaum jemand richtig beachtet hat”, erzählt Andryy. Das sei mit ein Grund für den Schritt gewesen, zukünftig auf die Karte Mundart zu setzen. Andererseits sind Songs auf Schweizerdeutsch es ein zusätzliches, riesiges Alleinstellungsmerkmal für den jungen Künstler. Es gibt kaum andere Schweizer Musiker in Andryys Alter, welche Songs in ihrer Muttersprache schreiben. “Ich habe tatsächlich noch zu keinem der neuen Songs die Rückmeldung erhalten, er würde wie ein anderer, bereits dagewesener Song klingen”.

Dass der Wechsel zum Mundart-Pop Andryy zum ganz großen Erfolg verhelfen wird, daran glaubt der Winterthurer selbst noch nicht so ganz. Viel zu wichtig seien heutzutage internationale Playlists auf Streaming-Diensten wie Spotify, in die man als Schweizer Mundartkünstler selten aufgenommen wird. Das war ihm anfangs nicht wirklich klar und wurde ihm erst allmählich richtig bewusst. “Selbst die Schweizer Spotify-Playlists werden nicht von Schweizern geführt. Heisst, selbst die verstehen den Inhalt meiner Songs nicht. Das erschwert die Sache natürlich zusätzlich”, erklärt Andryy.


Seinen Lebensunterhalt verdient Andryy mittlerweile mit der Musik. Hier sind vor allem Live-Shows massgebend, denn als Schweizer Musiker ohne Millionen von Spotify-Streams verdient man mit den Klicks auf Streaming-Portalen kaum genug Geld, um davon leben zu können. Darum tourt Andryy nach der Veröffentlichung seiner EP Mitte März durch zahlreiche Clubs des Landes. Auf der Bühne ist er jeweils alleine anzutreffen, die begleitende “Band” baut er sich dabei Song für Song selber auf, mit Hilfe des Computers, eines Loop-Geräts und verschiedenster Instrumente. Wie das Ganze dann daherkommt, kann man anhand des nachfolgenden Videos ganz gut erahnen.



Mit dem Wechsel von englischsprachiger Musik zu Mundart-Pop hat sich Andryy in eine Nische begeben. Ganz bewusst und der Kunst wegen. Und mit dem bemerkenswerten Ziel, nicht mehr zwanghaft möglichst viele Menschen mit seiner Musik erreichen zu wollen, sondern dass die Menschen, die er damit erreicht, viel Freude an seiner Musik haben.


Mehr zu Andryy und seiner Musik findest du auf Instagram, Facebook oder seiner Website.

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