• Hitzi

Analoge Fotografie Pt.1


Österreich, 2017, Yashica Electro 35CC, Kodak Ektachrome 100HC Expired 2000, ©Hitzigraphy

Im Jahr 2016 habe ich mir eine Minolta AFZ für CHF 20.- auf Ebay gekauft. Das ist eine sogenannte „Point & Shoot“ Kamera. “Point&Shoot” bedeutet, dass die Kamera voll automatisch ist, du schaust durch und drückst ab, fertig. Ich habe die ersten Filme zur Entwicklung eingeschickt und als sie zurück kamen war ich überwältigt von der Qualität, die so eine Plastikkamera liefert. Das ist jetzt bald 4 Jahre her. Mittlerweile besitze ich über 20 analoge Kameras, die Ausrüstung um Filme zu entwickeln und zwei Scanner, um die Bilder dann in möglichst hoher Qualität zu digitalisieren. Aber ich bin nicht der einzige, der sich ins analoge verliebt hat. Die analoge Fotografie erfreut sich in den letzten Jahren zunehmend an Beliebtheit. Aber wieso? Die digitale Fotografie bringt grundsätzlich viel mehr Möglichkeiten und ist viel schneller. Dazu kommt, dass man nicht ständig Geld für Filme und Entwicklung ausgeben muss. Bei mir war es so, dass all meine Fotografischen Vorbilder wie Henri Cartier-Bresson und René Burri, analog gearbeitet haben. Mein Gedanke dazu war: “Ich will es erst schaffen mit solchen einfachen alten Werkzeugen gute Bilder zu machen, danach wird das digitale ein Kinderspiel.” Denn das Fotografieren auf Film mit manuellen Einstellungen funktioniert erst dann gut, wenn man ein fundiertes Wissen hat und das Licht sieht. Weitere Aspekte wieso die Analoge Fotografie zurückkommt, sind sicher die Farben und der Stil der Bilder. Kein digitaler Sensor erbringt dir die Farben, die ein Film wiedergibt. Dazu kommt, dass viele Leute den Reiz mögen, dass man fotografiert und das Ergebnis nicht gleich sieht. Und das Feeling, back to the good old days baby…

Weil mir viele Leute Fragen zum Thema Film und Analogkameras gestellt haben und ich mich sowieso ständig damit beschäftige, kam ich auf die Idee, einfach mal darüber zu schreiben. Da das Thema sehr umfangreich ist, habe ich es in fünf Teile gegliedert:


Part.1 – Übersicht

Part.2 – Kameras

Part.3 – Filme

Part.4 – Von der Planung bis zum fertigen Bild

Part.5 – Fotografieren mit abgelaufenen Filmen


Die Artikel sind vor allem für Anfänger der analogen Fotografie gedacht, aber vielleicht findet auch der eine oder andere erfahrene Shooter eine neue Kamera oder einen interessanten Film. Zudem werde ich eine Liste erstellen mit Informationen zu Entwicklung, Digitalisierung und Printing von analogen Fotografien, auf welcher auch alle Labore und Fotografie Geschäfte im Raum Basel aufgeführt sind.


Luzern, Schweiz, 2016, Minolta Hi-Matic F, CHM 400, ©Hitzigraphy

Analoge Fotografie bringt viele Vor-& Nachteile mit sich, hier habe ich einige davon für dich zusammengefasst:


Vorteile:

- Grosse Auswahl an guten und günstigen Kameras

- Sehr gute und scharfe Objektive

- Grosse Auswahl an verschiedenen Filmen

- Viel Raum zum experimentieren

- Unvergleichlicher Stil

- Sehr schöne Kameras

- Es kommen nicht mehr viele neue analoge Kameras auf dem Markt, was bedeutet: was jetzt das Beste ist, bleibt auch das Beste.

- Man/Frau überlegt mehr beim Fotografieren, da jedes Bild Geld kostet


Nachteile:

- Die Filmentwicklung ist meist teuer

- Man/Frau braucht mehr Vorwissen, als bei der digitalen Fotografie

- Es gibt nicht mehr viele Geschäfte, in denen man die Filme entwickeln, scannen oder Abzüge machen lassen kann.

- Vom Film einlegen bis zu den fertigen Bildern ist es ein langer Prozess mit mehreren Möglichkeiten, um Fehler zu machen.

- Nicht geeignet, wenn die Bilder am nächsten Tag abgegeben werden müssen, da Entwicklung und Digitalisierung Zeit braucht.


Lagos, Portugal, 2019, Minolta X-700, Minolta 50m f/1.2, Kodak ColorPlus 200, ©Hitzigraphy

Durch die günstigen Kameras ist die analoge Fotografie für viele Leute erschwinglich. Von Vorteil ist dann natürlich, wenn du die Grundlagen der Fotografie kennst.

Hier werden sie dir erklärt: Grundlagen der Fotografie

Das in diesem Video vermittelte Wissen ist auch Voraussetzung, dass du die nächsten Teile dieser Serie verstehst.

Ich hoffe, dass ich dir auf diese Weise ein paar nützliche Tipps geben kann. Auch hoffe ich dich so für die Analoge Fotografie zu begeistern, wenn du nicht sowieso schon längst davon angefressen bist. Wenn du dich jetzt fragst: „Ja aber mit welcher Kamera soll ich denn anfangen?“ Darauf bekommst du im nächsten Teil eine Antwort.

Lagos, Portugal, 2019, Minolta XG-M, Minolta 24mm f/2.8, Kodak Ektachrome100Plus Expired 2002, ©Hitzigraphy



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