• Claire Flury

Basler Wohngrundrissquartett – Ein spielerischer Spaziergang durch Basels Architekturgeschichte

«Ich bruch unbedingt e Wohnig mit grossem Balkon und ere offene, moderne Kuchi.»

«Mhmm, ich träum halt eher vo schönem Altbau, weisch mit Fischgrätparkett, Stuck und Erker!» «Also für mich muess es möglichst gross und speziell si. Am liebste no vomne bekannte Architekt.»


Egal welche Vorlieben man bezüglich Wohnen teilt, im Basler Wohngrundriss Quartett ist es nun spielend leicht unterschiedlichste Wohnungen der letzten 120 Jahre zu bewohnen. Ob mit der grössten Quadratmeterzahl, dem ältesten Baujahr oder dem Renommee der Architekt*innen: Die Vielfältigkeit des Basler Wohnungsbaus lässt zig Gewinnchancen offen.


© Claire Flury

Herausgegeben wurde das Quartett für Architekturbegeisterte von den Architekt*innen Céline Dietziker, Lukas Gruntz sowie Luigi Middea. Einigen dürften sie vom Kollektiv Architektur Basel ein Begriff sein. Die Gruppe von jungen Architekt*innen hat sich ganz der Basler Baukultur und deren Rezeption wie auch Rezension verschrieben. Hierbei stellen sie eine Zweigstelle zwischen «Newsportal und Baugedächtnis» der Stadt Basel dar. Für ihre ehrenamtliche und unabhängige Arbeit wurde das Kollektiv zudem kürzlich mit dem Sperber-Jugendpreis ausgezeichnet.

Das Dreiergespann setzte sich zunächst im Studium, dann bei ihrer Arbeit und schlussendlich auch für Architektur Basel mit Wohnungsbau auseinander, wobei über die Jahre eine Sammlung an Grundrissen entstand. Doch wie verwertet man diese sorgsam zusammengetragenen Informationen? Wie bringt man sie in eine konforme, übersichtliche Form? Um die unterschiedlichen Grundrisse miteinander zu vergleichen und diese in eine einheitliche grafische Sprache zu bringen, wurde ein geeignetes Medium gesucht und schliesslich in Quartettform gefunden.



Nach langer Recherche und einer Crowdfundingaktion, ist das 64 Karten starke Spiel mit Grundrissen in einheitlichem Masstab nun seit einiger Zeit bereit, um damit spielend in die Architekturgeschichte Basels einzutauchen. In der hochwertig gestalteten Kartonbox liegt dem Spiel ein Poster mit Stadtplan und Abbildungen der entsprechenden Gebäude bei, die auf einen historischen Spaziergang durch ganz Basel einladen.



So findet man sich beispielsweise am Pelikanweg 5, «Am Viadukt», in einer mehr als 100 Jahre alten 7-Zimmerwohnung wieder oder besucht die Aussicht am Schaffhauserrheinweg, bebaut von jessenvollenweider im Jahr 2012. Bei diesem Vergleich zeigt sich der grösste Unterschied zu anderen Quartetten: Man lernt nicht nur einiges über die einzelnen Wohnungen und deren Standort, sondern befasst sich mit der Gesamtheit der Entwicklung des Wohnungsbaus über die letzten 120 Jahre. So lässt sich nach einigen Runden nachvollziehen, wie sich die Gestaltung von Küche, Bädern oder der Umgang mit Privatsphäre im Laufe der Jahre verändert.



Somit ist das Quartett nicht nur auf ästhetischer, sondern auch auf intellektueller Ebene einzigartig.


In diesem Sinne: "Wohnfläche/Geschossfläche 82%, bei dir?"


Das Quartett kann bei Bider & Tanner bestellt werden.

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