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Analoge Fotografie Pt. 3

Im letzten Teil Pt.2 habe ich dir Analog-Kameras gezeigt. In diesem Teil dreht sich alles um das Thema Analogfilm. Die grosse Auswahl, die es bei Filmen gibt, schätze ich sehr. Wenn du dir eine Digitalkamera kaufst, hat diese einen fix eingebauten Sensor, der deine Bildqualität bestimmt. Dieser Sensor kann bei einer Digitalkamera nicht einfach schnell ausgewechselt werden. In der analogen Fotografie geht das. So kannst du den Bildstil und die Farbwiedergabe ändern, ohne eine neue Kamera oder ein anderes Objektiv kaufen zu müssen: Du musst nur den Film wechseln. Ich werde dir hier verschiedene Typen von Analogfilmen vorstellen.

Farbnegativfilme (C-41 Entwicklung)

Los Angeles, 2020, Minolta XG-M, Minolta 45mm f/2, Kodak Color Plus 200 ©Hitzigraphy


Fast alle Farbfilme, die du heute kaufen kannst, sind Farbnegativ-Filme. Diese werden im sogenannten C-41 Verfahren entwickelt. Diese Filme haben meistens einen grossen Belichtungsspielraum. So verändert sich je nach Belichtung auch der Look des Fotos. Bei einer Überbelichtung werden die Farben weicher und das Bild hat weniger Kontrast. Wird das Bild unterbelichtet, gibt es stärkere Kontraste und die Farben sind kräftiger.


Für Farbnegativ-Filme kann ich dir folgende empfehlen:


-Kodak Color Plus 200:

Der günstigste C-41 Film, den es gibt. Trotz des tiefen Preises mag ich diesen Film sehr gerne, beim richtigen Licht liefert er super Qualität.


-Kodak Portra 400:

Dieser Film eignet sich für Portraits, denn er lässt Hauttöne sehr schön aussehen und hat eine sehr feine Körnung. Dieser Film lässt sich problemlos auch auf ISO 200 oder 320 belichten. Die Farben werden dann pastellig, trotzdem bleibt das Bild scharf.


-CineStill 800T:

Das T im Namen dieses Films steht für "Tungsten". Das bedeutet, dass er für warmes Kunstlicht gemacht wurde (z.B. das Licht einer Glühbirne). Wenn du mit diesem Film arbeitest, haben die Personen auf den Fotos trotz gelbem Licht noch eine sehr natürliche Hautfarbe.

Auch mit der ISO-Einstellung 400 oder 640 liefert er sehr gute Ergebnisse.

Schwarz-Weiss-Filme

Basel, 2019, Minolta AFZ, Kentmere 400 ©Hitzigraphy


Der Schwarz-Weiss-Film ist die älteste Filmtechnologie, die es gibt. Heute existieren ganz verschiedene Schwarz-Weiss-Filme. Ich selbst fotografiere sehr gerne in schwarz-weiss, weil die Bilder dadurch zeitlos wirken. Viele Schwarz-Weiss-Filme haben einen grossen Belichtungsspielraum. Andere müssen korrekt belichtet werden, damit du gute Ergebnisse erhälst. In der Schwarzweissfotografie gibt es keine Standardentwicklung wie beim Farbfilm. Wenn du dich also dazu entscheidest, die Filme selbst zu entwickeln, dann recherchiere gut: Das Entwicklungs-Verfahren ist von Film zu Film anders.


Meine liebsten Schwarz-Weiss-Filme:


-Fomapan 100:

Ein sehr günstiger Film, der für Einsteiger gut geeignet ist. Er hat eine feine Körnung. Laut Experten-Angaben erreichst du die besten Ergebnisse, wenn du den Film mit ISO 50 belichtest.


-Kentmere 400:

Ein guter Allround Film und er ist vor allem eins: preiswert. Ich nutze diesen Film für Street, Landschaft und Portraits und bin mit Körnung und Schärfe sehr zufrieden. Die Kentmere Filme kommen aus der gleichen Fabrik wie Ilford Filme, haben also eine hohe Fertigungsqualität.


-Kodak TMax 400:

Der schärfste Schwarz-Weiss-Film bei ISO 400. Er hat eine besonders feine Körnung und lässt so auf den Bildern sanfte Grautöne entstehen. Wichtig ist es, diesen Film korrekt zu belichten.


-Kodak TriX 400:

Der flexibelste Film, den es gibt. Er lässt sich von ISO 200 - 1600 belichten. Nach seiner Einführung im Jahr 1954 galt er jahrzentelang als die erste Wahl von Fotojournalist*innen und Reporter*innen. Er ist der meistverkaufte Schwarz-Weiss-Film weltweit.

Farbpositiv/Dia-Filme (E-6 Entwicklung)

Italy, 2019, Hanimex Compact R, Kodak Ektachrome Dyna EX 100 Exp. 2004 ©Hitzigraphy


Diafilme sind leider fast ausgestorben. Schade eigentlich, weil sie Eigenschaften aufweisen, die kaum ein anderer Film besitzt. Zum einen gefällt mir an Diafilmen deren sauberen Look und leichten Blaustich. Zum anderen sind Diafilme so fein strukturiert, dass die Fotos schon fast wie Gemälde wirken.


Für Farbfotografien würde ich am liebsten nur mit Diafilmen arbeiten. Der Diafilm gehört für mich zur Königsklasse der Fotografie, denn seine Handhabung ist nicht ganz einfach. Er muss korrekt belichtet werden (+/- eine halbe Blendenstufe). Wenn dir das gelingt, entstehen die wunderbarsten Farbwelten. Früher gab es Kodak Ektachrome Filme bis ISO 1600, die sich bis 3200 pushen liessen. Heute ist das Angebot wesentlich kleiner. Es gibt nur noch 3 Diafilme mit einer Lichtempfindlichkeit von ISO 50-100 im Angebot . Oft habe ich deshalb in den letzten Jahren mit abgelaufenen Kodak Ektachrome Filmen gearbeitet. Dieses Fotografieren auf Risiko war jeweils ein kleines Abenteuer.


Filme, die jetzt noch erhältlich sind:


-Fuji Velvia 50/100:

Der Liebling für Landschafts- und Naturfotografen. Die Bilder haben eine starke Farbsättigungung und eine feine Körnung. Aber Achtung: Der Film ist recht teuer.


-Fuji Provia F 100:

Dieser Film ist ein wenig günstiger als der Velvia. Mit ihm erzielst du wesentlich ausgewogenere Farben, somit ist er für verschiedenste Bereiche geeignet.


-Kodak Ektachrome E100:

Die Bilder, die du mit diesem Film machst, haben einen wunderschönen Blaustich und stark gesättigte Farben. Der Ektachrome ist für mich der Inbegriff des Diafilms und begeistert mich mit seinem einzigartigen Look. Preislich liegt dieser Film ähnlich wie der Fuji Provia F 100.


Ich habe dir nun einen kleinen Einblick in meine liebsten Analog-Filme geboten. Die Liste von angebotenen Filmen ist aber lang. Falls du dich trotzdem einmal durch das ganze Sortiment stöbern möchtest, verlinke ich dir hier eine Liste: Liste aller Filme (scrolle ganz nach unten).

Wo kaufe ich Filme?


Die besten Adressen mit der grössten Auswahl sind für mich:


-ARS-Imago (Zürich, Schweiz)


-Fotoimpex (Berlin, Deutschland)


-Safelight (Berlin, Deutschland)


In Basel hat das Foto-Haus das beste Angebot.

Entwickeln

Genua, Italy, 2018, Voigtländer Bessa R, Voigtländer 75mm f/2.8 CineStill 800T ©Hitzigraphy


Das Entwickeln von analogen Fotografien ist nicht ganz billig. In Basel empfehle ich dir, beim Fotohaus Wolf, Foto Basilisk oder Foto Presto zu entwickeln. In der Schweiz musst du pro Entwicklung eines Films mit Preisen von etwa CHF 10.- rechnen. Als Basler kann man easy kurz über die Grenze und die Filme dort abschicken. Ich lasse meine Filme immer von Photo Studio 13 in Stuttgart entwickeln. Alternativen sind Safelight oder MeinFilmLab.


Die Schwarz-Weiss-Entwicklung kann man auch gut selber durchführen, wenn man die nötigen Utensilien besitzt. Auf Youtube findest du viele gute Anleitungen. Ich werde dir zu einem späteren Zeitpunkt mehr darüber erzählen.


Ich hoffe, du hast ein paar nützliche Informationen bekommen und hast eine Idee, welchen Film du als nächstes belichten willst. Gut Licht!

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