• Jan Pulfer

Auf den Sockeln von Basel #4


Anfang Juni über den vergangenen Mai wettern? Ja, das tut gut. Ich bin wahrscheinlich nicht alleine, wenn mir einzig das Wort «Regen» als generelle Beschreibung des Monats Mai in den Sinn kommt.

Auch wenn neben all den «echten» Problemen auf der Welt nur mit Vorsicht über das Wetter geklagt werden soll; betreffen tut es uns dann eben doch alle. Mehr oder weniger alle.

Ich darf, glaube ich, ohne schlechtes Gewissen behaupten, dass Velokurier*innen tatsächlich mehr dem Wetter ausgesetzt sind als andere. Aber wir sind wenigstens draussen und sitzen nicht in finsteren Büroräumen. In eben diesen Räumen, welche einem dann mit dem Sauwetter auf die Stimmung drücken.

Was mich betrifft, war ich meistens nach einer Stunde auf dem Velo – etwa dann, wenn es eh keine Rolle mehr spielt, wie schlecht das Wetter jetzt noch wird – mit einer überraschend guten Laune unterwegs. Man ist ja auch nicht alleine. Teamkolleg*innen, Arbeitsgenoss*innen und sonstige wettertaugliche Passanten hegen Mitgefühl füreinander und man ist sich dem amüsanten und sarkastischen Aspekt bewusst, dass man tatsächlich den ganzen Tag lang im Regen Velo fährt. So kommt's, dass ich viele der regnerischen Arbeitstage im Mai auch genossen habe.

Die Statue der Pferd-führenden Amazonin an der Schifflände gleich zu Beginn der mittleren Brücke macht mir auch nicht den Eindruck, als liesse sie sich beeindrucken von etwas Regen. Kräftig gebaut und mit zielsicherem Schritt durch Wind und Regen – das motiviert!

Auch ohne den Regen, der viele Velofahrer*innen von der Strassen vertreibt, gibt es um sie herum genügend Platz, um schon in der Kurve zum Spurt über die Brücke anzusetzen. Die stark wirkende Amazonin als Zuschauerin, Tempo aufbauend aus der Arena-mässigen Kurve heraus und dann gleich über die schönste Brücke Basels flitzen… da vergisst man schnell einmal, dass es in Strömen regnet.




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